Stein erzählt Geschichten, wahre Kurzgeschichten. Hier werden komplexe Zusammenhänge essentialisiert und geschickt miteinander verbunden, poetisch erhöht und verdichtet, dass es eine Freude ist. Wollte man für sein liedermachendes Schaffen eine Schublade finden, gäbe es kaum jemand anderen, auf den die Bezeichnung "Neo-Realist" besser passte. Thomas Steins Metaphernwelt ist erdnah angesiedelt, er ist kein Schwelger, sondern eher ein stiller, sich selbst und sein Umfeld gut beobachtender Schwärmer, der sich ganz im Hier und Jetzt verortet. Seine fein geschliffenen, in einfacher Sprache gesetzten Texte enthalten kein Wort zu viel, die Emotionen bleiben stets handhabbar. (Dirk Schulte 2010) |